Print wird von Internet überholt
Die Werbeinvestitionen in das Internet werden 2015 zum
ersten Mal die in Zeitungen übersteigen. Das Jahr 2015 markiert damit eine
Wende für die deutsche Medienlandschaft, welche die Mediaagenturgruppe bereits
vor zwei Jahren vorausgesehen hatte. Damals war man allerdings von einem
niedrigeren Niveau ausgegangen (4,61 Milliarden Euro vs. 4,63 Milliarden Euro).
Dieser Trend lässt sich weltweit feststellen. Das Internet
wird bis 2017 in zwölf Kernmärkten das größte Werbemedium sein, welche 28% der
globalen Investitionen anzieht. Schon heute ist dies in Australien, Kanada, den
Niederlanden, Dänemark, Schweden, Norwegen und Großbritannien der Fall. Neben
Deutschland folgen dieses Jahr noch Irland, China und Neuseeland.
Stärkster Treiber ist Mobile. Zwischen 2014 und 2017 wird
Mobile seinen Anteil an den globalen Werbeinvestitionen von 5,1 auf 12,9%
verdoppeln. Dabei bleibt der Desktop-Anteil stabil, während alle anderen Medien
Anteile an Mobile verlieren. Mobile wird zwischen2014 und 2017 insgesamt 70% zum globalen Werbewachstum
beitragen.
Das Fernsehen rangiert weltweit vor dem Internet. Noch. Denn
in diesem Jahr schrumpft der Abstand der Marktanteile von elf Prozentpunkten
auf vier in 2017. Das Internet habe in Deutschland das Fernsehen bereits im
Jahr 2013 überholt, sagt Zenithoptimedia Chairman Frank-Peter Lortz.
Hierzulande ermögliche die große Gesamtzahl der Zeitungen der Gattung Print bis
jetzt noch die Spitzenposition bei den Werbeeinnahmen. Dies habe aber leider
dafür gesorgt, dass zahlreiche Verleger den Strukturwandel viel zu spät erkannt
hätten.



